
Lollipopping bei Cannabis Pflanzen
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Das sogenannte Lollipopping stellt im Grunde das Entlauben des unteren Bereichs der Mariuhana Pflanzen dar, was die Reaktion verursachen soll, das Wachstum der oberen Blüten zu maximieren.
Dennoch bietet das Lollipopping noch viel mehr Vorteile, als nur größere und kräftigere Buds zu erzeugen, denn es reduziert, durch eine bessere Luftzirkulation, das Schädlings, sowie Schimmelrisiko.
Grundsätzlich wird behauptet, dass Lollipopping den Pflanzen wenig Stress zufügt, dies ist aber abhängig davon, wie viele Lollipops (kleine Triebe, Blätter) abgenommen werden, ob Eure Wunderpflanze wenig oder viel gestresst wird und von welcher Phase des Lollipoppings die Rede ist.
Ich selber "lollipoppe" nie bei den ersten beiden Lollipop-Phasen in nur einer Sitzung, sondern ziehe es vor, die Pflanze in zwei bis drei Sitzungen zu entlauben, um den Stress-Level so niedrig wie möglich zu halten.
Wer im Internet nach "Lollipopping" sucht, wird Ergebnisse geliefert bekommen, wo das Entlauben meist nur einmal empfohlen wird und zwar kurz vor Beginn der Blütephase. Das mag grundsätzlich richtig sein, wenn man es auf Auto-Geneticken anwendet, da diese eine sehr kurze Vegi-Phase durchleben.
Wer jedoch photoperiodische Genetics wählt, wird je nachdem, wie lange man die Pflanze wachsen lässt, feststellen, dass es Sinn macht, die Pflanze auch schon während der Vegiphase zu entlauben, wenn diese bereits ihre 5 bis 7 Knotenpunkte entwickelt hat, um mehr Leistung auf den oberen Teil der Pflanze zu lenken und für eine besser Luftzirkulation innerhalb der Cannabis Dame zu sorgen.
Stellt Euch dazu nur einmal vor, welche Höhe und Größe, sowie Buschigkeit Eure Pflanze entwickeln wird, wenn ihr dieser 3 oder mehr Monate an Vegetationsphase gebt. Würde man dann kurz vor der Blüte "lollipoppen" wäre dies schon aufgrund der Mengen an Blättern und kleinen Trieben ein extremer Stress, den man der Pflanze zumuten würde.
Aus diesem Grund würde ich dazu raten, lieber öfters zu entlauben, dafür aber kleinere Mengen, als nur einmal zu entlauben und der Pflanze durch zu viele Eingriffe und Verletzungen zu hohem Stress auszusetzen, was zur temporären Wachstumsstagnation führen kann.
Wir sollten dabei immer im Hinterkopf haben, dass wir es bei unseren Heil- und Spaßpflanzen mit fühlenden Lebewesen zu tun haben und was es bedeutet, wenn wir der Pflanze "Wunden" zufügen.
Abschließend sei in meinem Vorwort noch erwähnt, dass das "Lollipopping" nicht nur kurz vor der Blüte Sinn ergibt, wie es i.d.R. im Internet immer behauptet wird, sondern auch während der Blüteperiode, um die besten Ergebnisse für unsere Buds zu erreichen. Dieses wird aber deutlich, wenn wir uns den Lollipop-Vorgängen zuwenden:
Lollipopping vor der Blütephase
Wie bei allen Trainingsstress-Methoden die angewendet werden, ist es auch hier wichtig, mit einer sauberen und desinfizierten Schere zu arbeiten, damit keine Keime, Bakterien oder Viren in das Wundgewebe der Pflanze gelangen können, um sie vor Erkrankungen zu schützen.
Ziel des Lollipoppings ist es, wie ich bereits im Vorwort erläutert habe, mehr Energie auf den oberen Teil der Pflanze zu realisieren, wo mehr Licht und Nährstoffe transportiert werden. Aus diesem Grund widmen wir uns den untersten Trieben und Blättern zu und entfernen diese mit der Schere direkt am Knotenpunkt des Hauptstammes.
Auf diese Weise werden größere, potentere Blüten, im oberen Bereich ermöglicht, während kaum produktiven Bereiche eliminiert werden. So erreichen wir eine gesteigerte Pflanzenwachstum-Effizienz und erleichtern uns, sowie der Pflanze, die Pflege.
Achtet bitte darauf, wie bereits erwähnt, dass Ihr nicht zu viele Lollipops entfernt. Es reicht in der ersten Sitzung, wenn nur die beiden unteren Knotenpunkte beseitigt werden, um dann 2 Tage später, wenn die Pflanze sich davon erholt hat, evtl. weitere unproduktive Triebe und Blätter zu beseitigen.
Wichtig ist noch zu beachten, dass man nicht sofort nach dem Lollipopping die Blütephase einleitet, sondern der Pflanze 2-3 Tage Erholung schenkt, ehe man sie in die Blüte schickt, um sie nicht zu stressen.
Im Vergleich zu anderen Trainingsmethoden ist das Lollipopping eine präzise Trainingsart, um sich ausschließlich auf die Blütenproduktion zu fokussieren. Lasst Euch daher bitte nicht von dem Wort "Entlauben" irritieren, denn es ist nicht nur überschüssige Blattwerk-Entfernung, sondern zielt darauf, die produktivsten Blüten im oberen Bereich der Pflanze zu optimieren.
Lollipopping in der Blütephase (2. bis 3. Woche)
Beim "Lollipopping" während der Blütephase ist ein präzises Timing entscheidend, um das Potential unserer geliebten Wunderpflanze restlos auszuschöpfen.
Hierbei haben Ergebnisse gezeigt, dass der ideale Zeitraum für das Lollipopping in der Blüteperiode zwischen der zweiten und dritten Woche liegt, wo man bereits die ersten Blütenansätze erkennen kann. In dieser Phase ist die Pflanze in der Lage, ihre Ressourcen präzise auf die Entwicklung der oberen Blüten zu steuern.
Gerüchten und Mythen zu Folge sollte das Lollipopping in der Blütephase bei automatischen Geneticken besser nicht angewendet werden, da der Lebenszyklus der Automatics eingeschränkt ist, so dass oft empfohlen wird, nur invasive Eingriffe vorzunehmen, um nicht das Wachstum zu beeinträchtigen!
Diese These ist falsch. Denn es ist völlig egal, ob es in der Blütephase automatische oder photoperiodische Geneticken sind, da sie alle in der Blütephase in ihrem Lebenszyklus eingeschränkt sind.
In der Blütephase ist das Ziel des Lollipoppings, die produktivsten Buds freizulegen, um die Power präzise auf die produktivsten Bereiche zu steuern. Die Freilegung der Blüten ist von entscheidender Wichtigkeit, damit diese das optimalste Licht erhalten können, um sich besser entwickeln zu können.
Hierbei entfernen wir sämtliche untere Äste, sowie Blätter, die keine bzw. nur winzige Blüten entwickeln. Wichtig ist dabei zu beachten, dass man jedoch die Blätter stehen lässt, die für die Energieversorgung der Pflanze benötigt werden.
Auf diese Art reduzieren wir die Schattenbereiche und optimieren die Luftzirkulation innerhalb der Pflanze. Im Ergebnis liefert dies nicht nur größere Blüten, sondern vor allem auch potentere und geschmackvollere Blüten.
Lollipopping in der Blütephase (21 Tage vor der Ernte) - "Das gerupfte Hühnchen"
Grundsätzlich sei gesagt, dass diese Form des Lollipopping 3 Wochen vor dem Erntezeitpunkt einen enormen Stress für die Pflanze darstellt, da hier so viel entlaubt wird, dass es Eurer Pflanze extreme Kraft abverlangen wird, sich davon zu erholen.
Daher ist diese Methode nur dann anzuraten, wenn man durch vorheriges Lollipopping wahrnehmen konnte, dass die Pflanze auf das Lollipopping so gut anspringt, so dass sie sich davon schnell wieder erholen konnte.
Wer mutig ist und zuvor eine stabile, sowie gesunde Pflanze kultiviert hat, wo diese bereits vorher mit LST, Topping oder anderen Methoden trainiert wurde und das finale Entlauben angehen möchte, wird durch höhere Erträge, potenteren und geschmackvolleren Blüten belohnt werden.
"Mut" ist ein absolutes Muss bei dieser Trainingsmethode, da dieser Vorgang nicht über 2 oder mehr Sitzungen verteilt werden kann, da diese Methode 3 Wochen vor dem Einholen der Ernte eingesetzt wird. Es muss also in einem Schritt erfolgen und das sorgt für extremen Stress.
Das Entlauben der Pflanze beginnt man bei dieser Methode NICHT, wie bei den anderen Lollipop-Einsätzen von unten, sondern von oben bei der Pflanze.
Stellt dazu bitte die Pflanze unters Licht, um genau zu erkennen, wo der schattige Bereich der Pflanze beginnt und kaum, bzw. kein Licht mehr durchscheinen kann. Hier beginnt das Entlauben und entfernen zunächst alle großen Sonnensegel-Blätter wo kaum oder keine Trichome erkennbar sind, wo der Schattenbereich der Pflanze beginnt.
Ihr werdet erkennen, dass die Sonnensegelblätter darunter liegende Triebe mit Blüten verdeckt hatten, wo zuvor kein Licht hin scheinen konnte und so wieder Licht durchscheinen kann. Genau das ist unser Ziel und auch unser Weg.
Denn, es werden alle Blätter beseitigt, die darunter liegenden Trieben mit Blüten, Schatten spenden und verhindern so, dass die Pflanze sich bei der optimalen Blütenproduktion weiterhin selber im Wege steht. Von Schritt zu Schritt können wir am Licht erkennen, wie es immer tiefer durch die Pflanze scheinen kann.
Wichtig ist dabei zu beachten, dass die obersten Sonnensegelblätter stehen bleiben. Damit sind die Blätter gemeint, die unter den Headbuds zu erkennen sind. Diese werden benötigt, um weiterhin Wasser und Nähstoffe bis an die Spitze der Pflanze zu steuern.
Alle weiteren Blätter jedoch, die der Pflanze in den produktiven Blütenbereichen Schatten spenden, werden radikal beseitigt. Achtet bitte präzise darauf, dass Ihr die Blätter an den Blüten stehen lasst, solange die Blüten selber noch keine stabilen Zuckerblätter entwickelt haben.
Sind es jedoch Blüten, wo stabile und größere Zuckerblätter zu erkennen sind, können die anderen Blätter am Trieb ebenso beseitigt werden, da die Zuckerblätter die Photosynthese für die Nährstoffversorgung der Buds dann übernehmen werden.
Dennoch ist es anzuraten, auch wenn manche Blätter unnötig erscheinen sollten, nur wirklich diese zu beseitigen, die keine oder kaum Trichome entwickeln, sowie die Blätter die durch ihren Schattenwurf dafür sorgen, dass darunter liegende Triebe und Blüten in ihrer Entwicklung gehemmt sind.
Denn wie bereits erwähnt handelt es sich bei Cannabis um fühlende Lebewesen, bei denen jeder Schnitt dafür sorgt, dass sie gestresst werden und je mehr sie gestresst werden, auch mehr Zeit für die Erholung benötigen.
Gerade in der Blütezeit, wo kein Zeitbonus herrscht, wie in der Vegi-Phase, der Pflanze mehr Zeit für Erholung zu geben, gilt es, den Stress-Level auch bei dieser brutalen "High-Stress" Methode, so niedrig wie möglich zu halten.
Wenn das finale Lollipopping vollendet wurde, wird die Pflanze ein Aussehen vergleichbar mit einem gerupften Huhn haben und es kommt in der Regel oft zum Crash der Pflanze, wo sie aussieht, als wenn sie zusammenbricht.
Hier gilt es hier Vertrauen zu entwickeln, denn ebenso sagt die Regel, dass wenn es eine gesunde und robuste Pflanze ist, diese einen Pushback erfahren wird und wieder aufleben wird.
Diese Grenzerfahrung wird nach dem Pushback dafür sorgen, dass die Pflanze extrem viel Energie entwickeln wird und den Blüten damit einen extremen Boost verleihen wird, was den Ertrag nicht nur massiv erhöht, sondern auch der Trichome-Produktion, wodurch mehr Terpene und Cannabinoide produziert werden, zu Gute kommt.
Wir bedanken uns bei dem Autor Jorge Rieger für diesen Blogbeitrag zum Thema "Lollipopping bei Cannabis Pflanzen". Folgt ihm gerne auf seinem Facebook Account. -->Hier klicken
1 yorum
Danke wieder etwas gelernt.