
Lowstress-Training (LST) für Cannabis-Pflanzen
Andreas LeschkeBlogbeitrag Teilen
"Wie man als Weed-Lotse die Erträge einfach steigern kann"
Die sogenannte Low-Stress-Methode stellt, wie der Name bereits verrät, eine effektive und relativ einfach umzusetzende Möglichkeit dar, die Erträge in Form von größeren Blüten zu steigern, ohne der Marihuana-Pflanze dabei zu hohen Stress zumuten zu müssen.
Dabei wird der begeisterte Homegrower, der ebenso, wie Schülerlotsen jungen Menschen helfen, sich im Straßenverkehr zurecht zu finden, zum Pflanzenlotsen, um dem jungen Gemüse dabei zu verhelfen sich besser in der pflanzlichen Lichtwelt zurecht zu finden.
Bekanntlich benötigen Cannabispflanzen viel Licht, was uns die Erkenntnis liefert, dass wir durch gezieltes Vorgeben, in welche Richtungen sich die Triebe und Äste entwickeln, zu größeren Blüten gelangen können, wenn wir diese zum schattenlosen Licht hinführen.
Das Verbiegen und Verformen der Stiele, Äste und Triebe wird zum wahren Gamechanger, da wir dadurch die Beleuchtung der Blüten optimieren.
Es gilt bei Hanfpflanzen daher immer die Regel:
"Licht auf den Blüten bedeutet Wachstum. Schatten auf den Blüten bedeutet Stagnation!"
Die Bedeutung und das Ziel von LST = Lowstress-Training
Das wesentliche Hauptmerkmal der Lowstress-Methode besteht darin, eine effektive Trainingsmaßnahme durchzuführen, wo unsere geliebten Cannabis Ladies sich so schnell wieder erholen, damit es zu keinerlei Wachstumsstagnation kommt.
Hierbei wird der faszinierte Gartenfreund zum Führer und Lotsen seiner Pflanzen, weil er bereits im sehr frühen Stadium seinen Pflanzen die Wuchsrichtung vorschreibt und sie nicht so wild wuchern lässt, wie es "Mutter Natur" vorgesehen hat.
Das Ziel ist es, durch gezieltes Verformen von Hauptstamm, Ästen und Trieben dafür zu sorgen, dass alle Blüten während der Blütephase direktes Licht empfangen können, um nicht durch Schatten dabei gehindert zu werden zu großen, saftigen, wirkungsvollen und schmackhaften Buds zu werden.
Ihr habt RICHTIG gelesen. Ich sprach nicht nur von der Größe und Konsistenz der Blüten, sondern auch vom Aroma und der Wirkung.
Das Reaktion die wir erzielen wollen, ist die natürliche Produktion von Auxine (Wachstumshormone) bei unseren Wunderpflanzen Ladies zu steigern, für die viel Licht benötigt wird.
So ist es auch nachvollziehbar, dass umso mehr Licht die Buds empfangen, wodurch mehr natürliche Wachstumshormone produziert werden, sich mehr Trichome bilden werden, die logischerweise auch mehr Terpene und THC in den Harzdrüsen produzieren, die zu einem intensiveren Aroma, sowie Wirkungsgrad des Endprodukts führen werden!
Die Trainingsmethode dient dazu, ein ausgeglichenes Blätterdach zu erwirken, sowie sicherzustellen, dass die gesamte Pflanze ein Maximum an Licht empfangen kann.
Die Behauptung, dass Lowstress-Training vorwiegend dazu geeignet ist, anstatt einer hohen Pflanze eine niedrige Pflanze zu erreichen, wie es bei den Highstress-Methoden "Topping" oder "Main Lining" der Fall ist, ist falsch. Der Nutzen des Lowstress-Training dient lediglich dazu, der Pflanze mehr direktes Licht zu gewähren, ohne dass dieses durch den eigenen Schatten verhindert oder gemindert wird.
Man kann zwar mit Hilfe der Lowstress-Methode eine niedrig wachsende Pflanze kultivieren, dies ist jedoch kein Muss! Dies wird nun verdeutlicht, wenn wir uns der Umsetzung von LST zuwenden.
Umsetzung des Low-Stress-Training durch "Massagen, Pflanzendraht, Pflanzenklammern und anderen Hilfsmitteln"
Es gibt Grower, die ihre Pflanzen bereits vor dem Einsetzen des eigentlichen Lowstress-Training "massieren". Hierbei werden nicht selten jeden Tag Minuten investiert, um neu entwickelte Zweige durch drehen und verbiegen zu massieren, um Mikrobrüche im Pflanzengewebe zu erreichen.
Auf diese Art möchte man ein gesundes und robustes Wachstum der Zweige erreichen.
Jedoch verlangt das "Massieren" ein großes Geschick und Fingerspitzengefühl. Denn, der maximale "Schaden" der an der Pflanze angerichtet werden soll, ist mit dem gleichzusetzen, als wenn die Zweige sich durch Windböen so verformt hätten.
Das Massieren ähnelt der Highstress Maßnahme des "Super Cropping" und ist nach meiner Auffassung eher für erfahrene Anbauer, jedoch weniger für unerfahrene Cannabis Trainingscoaches geeignet.
Auch ist dies keine Grundvoraussetzung, um die Pflanzen mit Lowstress-Training zu lotsen, da junge Äste und Stiele elastisch genug sind, um sie mit Hilfsmitteln verformen zu lassen.
Der Zeitpunkt, ab wann man mit Lowstress beginnen möchte, ist individuell. Wichtig ist dabei zu beachten, dass man dies zu dem Zeitpunkt einleitet, wo die Äste und Zweige noch jung, elastisch und nicht bereits ausgehärtet sind.
Hierbei kann man verschiedene Hilfsmittel wählen. Mit Hilfe von Pflanzenschnur oder -draht kann man ebenso Äste verformen, wie mit Hilfe von Pflanzenklammern.
Es gilt lediglich dabei zu beachten, dass wir Stamm, Äste und Zweige in Richtungen biegen, wo sie direktes Licht empfangen, um sie aus dem eigenen Schatten zu führen.
In der Regel wird empfohlen, mit dieser Art des Trainings zu beginnen, wenn die Pfllanze bereits 4 bis 5 Knotenpunkte entwickelt hat, da sonst die Sorge besteht, dass das Wurzelsystem noch zu verletzlich ist und ausreißen könnte, sobald man mit dem Biegen beginnt, um die Äste zu verformen.
Wer mit dem Hauptstamm beginnen möchte, sollte dies idealerweise mit Hilfe von 2 Schnüren umsetzen. Dabei fixiert man die obere Schnüre ca. 5 cm von der Oberseite aus gemessen und die zweite Schnüre ca. 5 cm von der Unterseite aus gemessen, am Hauptstamm der Pflanze.
Der Topf sollte im Vorfeld vorbereitet werden, indem am oberen Rand Löcher durchgebohrt werden, um später die Schnur dort durchführen und fixieren zu können.
Danach fängt man an, mit Hilfe der oberen Schnur den Stamm vorsichtig und langsam nach unten zu biegen, so dass der Stamm eine gewisse Schräge erhält und die Spitze nicht mehr den höchsten Punkt der Pflanze ausmacht. Äste und Blätter, die vor dem Biegen unter der Krone der Pflanze lagen, werden diese danach überragen.
Der Stamm wird dabei bitte nur maximal soweit gebogen, dass es zu keinerlei Knick- oder Bruchverletzung kommen kann. Ansonsten geht man die Gefahr ein, die Pflanze so schwer zu schädigen, dass sie absterben könnte.
Sobald der Stamm soweit runtergebogen wurde, wie möglich, führt man die Schnur am zuvor durchgebohrten Loch des Topfes durch und zieht die Schnur nach oben um die Stelle des Stammes herum, wo wir am Anfang die Schnur fixiert hatten, um sie anschließend durch das Loch des Topfes zu führen und dort zu fixieren.
Nach diesem Schritt folgt nun die zweite Schnur am unteren Teil der Pflanze, den wir auf die selbe Art wie zuvor versuchen nach unten zu biegen. Hierbei gilt zu beachten, dass der untere Teil nicht so biegsam, wie der obere Teil der Pflanze ist, so dass eine größere Bruchgefahr besteht. Daher sollte man dies sehr langsam und vorsichtig machen.
Nachdem der Stamm gebogen und trainiert wurde, kann man auch die weiteren Äste trainieren und formen.
Jedoch würde ich bei den Ästen und Zweigen eher empfehlen, sie mit Hilfe von Pflanzenklammern nach unten oder zu den Seiten zu biegen, da es viel schneller und einfacher umzusetzen ist, als mit Hilfe von Pflanzenschnur oder Drähten.
Mit Hilfe von Pflanzenklammern kann man die Triebe bereit anfangen zu formen, wenn diese eine Länge von ca. 2 bis 3 cm aufweisen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Äste bzw. Triebe so kräftig ausgebildet sind, dass sie das Gewicht der Klammer tragen können und nicht abbrechen.
Der Weg ist das Ziel!
Und dabei ist es völlig egal, ob man lieber mit Pflanzenschnur, -draht oder -klammern das Lowstress Training umsetzen möchte, denn alle diese Hilfsmittel dienen dazu, unseren geliebten Spaßblumen einen Weg vorzugeben, wo wir das Ziel erreichen, durch Lichtoptimierung zu größeren Erträgen zu gelangen!
Abschließend bleibt noch zu bemerken, dass das LST als einzige Trainingsmaßnahme erfolgen kann und zu beachtlichen Erträgen führt. Diese Trainingsmethode lässt sich jedoch ebenso gut dem Highstress Training "Topping" kombinieren.
Aus diesem Grunde ist es jedem selber überlassen, ob man den Hauptstamm biegen möchte. Wer sich für ein Topping entschließen sollte, wird den Hauptstamm ohnehin kappen und kann sich das Biegen des Hauptstammes sparen und sich darauf konzentrieren, die Seitentriebe mit LST zu einem besseren Licht zu verhelfen.
Wir bedanken uns bei dem Autor Jorge Rieger für diesen Blogbeitrag zum Thema "Lowstress-Training (LST) für Cannabis-Pflanzen". Folgt ihm gerne auf seinem Facebook Account. -->Hier klicken