TOPPING - High-Stress Trainingsmethode für Cannabis

TOPPING - High-Stress Trainingsmethode für Cannabis

Andreas Leschke

Wie man als Marihuana-Henker einen wahren Medusa-Effekt auslöst

In dem heutigen Blog-Beitrag werden wir uns mit einer sehr effektiven Methode der Ertragssteigerung auseinandersetzen, nachdem wir uns in den vorangegangenen Blog-Beiträgen mit den Basics des Eigenanbaus von Wunderpflanzen beschäftigt haben.

Das sogenannte "Topping" verrät bereits durch die die Trainingsbezeichnung "High-Stress", dass von der Weed-Pflanze enorme Anstrengungen abverlangt werden, wo sie all ihren Lebensmut und Energie aufbringen muss, um diese heftige Methode zu überstehen und zu explodieren. Daher ist es von enormer Wichtigkeit, dass es bei der geliebten Spaßpflanze zum Zeitpunkt des Topping keinerlei Stress-Symptome gibt!

Wer eine gesunde Pflanze mit garantierter Nährstoffversorgung hat, muss das Topping nicht fürchten, da es sicher ist, dass die Pflanze nach diesem heftigen Eingriff, einen Pushback erleben wird, welcher die einst schmächtige Lady, zu einem wahren Cannabis-Busch verwandeln wird. 

Um das Thema "Topping" kursieren im Internet viele Mythen und Gerüchte. So lese ich immer wieder, dass man angeblich "Automatics" nicht toppen sollte, es jedoch bei photoperiodischen Geneticken keinerlei Bedenken dazu gibt. 

Diese Theorie ist aus dem Grund falsch, weil das Topping meist vor dem Beginn der Blütephase umgesetzt wird. Die Pflanze hat bis zu diesem Zeitpunkt ausreichend Knotenpunkte für diese Trainingsmaßnahme gebildet und ihr bleiben ab Beginn der Blüteperiode noch 4-5 Wochen, wo die Seitentriebe wachsen und sich entwickeln werden. 

Dies ist auch bei "Automatics" der Fall, jedoch in einem anderen Ausmaß! 
Denn auch, wenn Internet-Gerüchte etwas anderes behaupten, so habe ich bei Automatics auch die Erfahrung gemacht, dass das Topping wunderbar funktioniert, wenn dies zu Beginn der Blütephase stattfindet, wenn die ersten Blüten-Härchen zu erkennen sind. 

Der Unterschied zwischen Automatic-Seeds und feminisierten, photoperiodischen Seeds liegt lediglich in der kürzeren Vegi-Phase der Automatics. Dennoch ist es möglich und führt ebenso zu Ertragssteigerungen, wenn man seine Automatic-Pflanze am Ende der Vegi-Phase einmal toppt, um sie in einen Busch zu verwandeln, wie bei photoperiodischen Geneticken auch.

Bei photoperiodischen Geneticken hat man den Vorteil, dass man die Pflanze mehrfach toppen kann, da die Vegi-Phase um 4 bis 5 Monate länger andauert, wenn man sie nicht früher in die Blüte schickt.

Aus diesem Grunde widmen wir uns nun erst einmal den Basics des Toppings zu, wodurch es dann einfacher wird zu erkennen, warum es überhaupt zu dieser Verwandlung von einer schmächtigen Cannabis Pflanze zu einer buschigen Vollblut-Lady führt.

Bedeutung und Umsetzung von "TOPPING" und was es in der Pflanze auslöst

Beim "Topping" wird, so banal es klingen mag, die Pflanze geköpft und sicherlich kann sich spätestens jetzt jede/r denken, was dieser Vorgang für eine extreme Belastung für unsere geliebte Heilpflanze darstellt.

Aus diesem Grunde ist es wichtig, wie bereits erwähnt, dass die Pflanze gesund und stressfrei ist, aber auch, dass man hier sauber und steril arbeitet. Tragt daher bitte bei dieser Maßnahme saubere Handschuhe und verwendet bitte eine saubere & desinfizierte Schere, um sicher zu stellen, dass keinerlei Keime, Viren oder Bakterien in die Wunde der Pflanze eindringen können.

In der Regel wird das erste Topping empfohlen, sobald die Pflanze 4 bis 6 Knotenpunkte, bzw. sich Blattpaare gebildet haben. Das ist in der Regel nach 2 bis 4 Wochen, je nach Genetic, der Fall.

Andere Quellen empfehlen die Pflanze erst dann zu toppen, wenn sie bereits 7 Knotenpunkte entwickelt hat, um die oberen beiden Knotenpunkte zu beseitigen.

Lasst Euch daher davon nicht entmutigen oder gar beirren, denn beim Topping geht es hauptsächlich darum, den Höhenwachstum des Hauptstammes zu beenden, damit die Pflanze ihre Power in die Seitentriebe umleitet.

Auf diese Art wachsen diese dann kräftiger und bilden weitere Seitentriebe, was die Anzahl der Buds explosiv erhöht. 

Das Ziel des "Topping" ist es am Ende nicht nur einen Headbud, wie bei einer ungetoppten Weedlady zu erzielen, sondern ein vielfaches mehr an großen Kopfblüten zu erhalten!!!

Das Topping stellt Eure Pflanze nicht nur vor extreme Herausforderungen, es wird den Überlebenswillen der Pflanze auf eine Art und Weise pushen, dass sie weit mehr Energie und Antrieb aufbringen wird, als ohne diese Stress-Methode. 

Es ist ein leicht umzusetzender Boost zur effektiven Ertragssteigerung.

So ist es wichtig zu beachten, dass ab dem Zeitpunkt des Topping, ein erhöhter Nährstoffbedarf von der Pflanze benötigt wird, was ein regelmäßiges Nachdüngen des Nährbodens unverzichtbar macht.

Es ist völlig egal, ob Ihr bei Eurer photoperiodischen Lady das erste Topping einleitet, wenn diese gerade einmal 4 Knotenpunkte hat, um den oberen Knotenpunkt zu beseitigen oder ob Ihr Eure Wunderpflanze erst dann toppt, wenn sie 7 Knotenpunkte hat. Beide Methoden funktionieren, liefern aber letztendlich andere Ergebnisse und setzen unterschiedliche Ziele und Maßnahmen des Growers voraus.

Wer seine Pflanze sehr jung toppt und nur 2 oder 3 Knotenpunkte stehen lässt, dort werden die Triebe extrem schnell wachsen und sich fortbilden, so dass man diese weiter toppen kann.
 
Es gibt Profis, die die neuen Triebe dann bereits nach dem ersten Knotenpunkt wieder toppen, um die Pflanze noch mehr in die Breite zu schicken und es kann zu Erträgen im Homegrow bis zu 400 g Trockenblüten führen. Jedoch muss man dann eine Wachstumszeit von 3 bis 4 Monaten einplanen, um zu diesem Ergebnis zu gelangen.

Wer seine Pflanze später toppt und 2 Knotenpunkte entfernt, kann aus dem Schnittrest Stecklinge machen. Aber diesem Thema wenden wir uns in einem anderen Blog-Beitrag, zu einem späteren Zeitpunkt zu. Dennoch wollte ich es kurz erwähnen.

Hierbei gilt im Vorfeld zu beachten, wie groß die Growbox ist und wie viel Platz die Pflanze hat sich auszubreiten. Denn eine 2 bis 3-fach getoppte Pflanze benötigt weit mehr Platz in der Breite, als eine nicht oder nur einmal getoppte Weed-Lady.

Auch ist ein mehrfache Toppen nicht allen Geneticken gegeben, so dass wir uns nun um die verschiedenen Geneticken der Auto- VS. feminisierten Seeds kümmern werden.

Topping an Automatic Genetics

Geneticken, die selbstständig die Blütephase einleiten, haben oftmals eine unterschiedliche Wachstumsphase. Daher sollte zunächst im Steckbrief der gewählten Genetic beachtet werden, wie lang die Vegi-Phase andauert, weil das Topping bei automatischen Seeds nur dann funktionieren kann, wenn man eine Wachstumsphase von 3-4 Wochen vor der Blüteperiode hat.

Achtet daher darauf, wann sich die ersten Blütenhärchen zeigen, denn dies wäre der späteste Zeitpunkt wo ein Topping noch umgesetzt werden kann. Zwar verliert man einige Tage, die die Pflanze benötigt, um sich von dem Shock zu erholen, jedoch dauert die Wachstumsphase in der Blüteperiode noch 4-5 Wochen an, wodurch ausreichend Zeit bleibt, stabile und starke Seitentriebe zu entwickeln, um so mehr große Headbuds ernten zu können.

Automatics sollte man in der Regel nur dann Toppen, wenn sie mindestens 4 Knotenpunkte entwickelt haben. Dabei schneidet man den oberen Knotenpunkt ab, den man getrost entsorgen kann.

Ein früheres Topping, um z.B. nur 2 Knotenpunkte zu bewahren, würde keinen Sinn machen, da die Wachstumszeit fehlt, die seitlichen Triebe erneut zu toppen, um ein wuchtiges Ausbreiten von neuen Seitentrieben zu ermöglichen.

Es würde keinen Sinn ergeben, einen Steckling der Automatic zu kultivieren, da dieser, wie auch die Mutterpflanze des Stecklings, bereits wenige Tage nach dem Topping zu blühen beginnen wird, ohne ausreichende Zeit für den Wachstum zu haben.

Wer eine Automatic zeitgemäß toppt kann seinen Ertrag durch diese Methode verdoppeln. Jedoch bleibt zu erwähnen, dass Automatics nur maximal ein Topping erfahren dürfen, da ein weiteres Topping in der Blütezeit (mit Ausnahme ganz zu Beginn) absolut tabu ist und zum Misserfolg führt. Hinzu kommt, dass man die Triebe mit Pflanzenklammern in ihrer Wuchsrichtung manipulieren sollte, damit sie alle ausreichend Licht empfangen. Da diese Low-Stress Trainingsmethode mit Pflanzenklammern jedoch ein eigenes Thema ist, werden wir uns damit erst im nächsten Blog-Beitrag auseinandersetzen.

Topping an feminisierten, photoperiodischen Geneticken

Photoperiodische Cannabis Ladies haben gegenüber ihren automatisch blühenden Kolleginnen den große Vorteil, dass sie sich einer viel längeren Wachstumsphase erfreuen können. Dieser Umstand versetzt uns in die Lage, dass wir der Pflanze mehr Zeit geben können sich zu entwickeln. Das ermöglicht ein mehrfaches Topping.

Die Frage, ob es besser ist, die Weed Lady früh oder später zu toppen, liegt daher völlig im Ermessen des Hobbie Gärtners und an dem Platz, die die Pflanze zu Verfügung hat, sich auszubreiten.

Ein frühes Topping beginnt man in der Regel, wenn die Pflanze 3-4 Knotenpunkte entwickelt hat, so dass man die oberen ein oder zwei Knotenpunkte beseitigt. 
Auf diese Art erreicht man einen sehr kurzen Hauptstamm, wodurch die Pflanze vorerst niedrig bleibt, bis die Seitentriebe in die Höhe wachsen. 

Wenn man die Seitentriebe bereits nach dem ersten oder zweiten neuen Knotenpunkt erneut toppt, wird die Power und die Nährstoffversorgung auf die neuen Seitentriebe geleitet, wodurch diese einen weiteren Schub bekommen und neue Seitentriebe entwickeln. 

Wichtig ist zu beachten, dass man nach jedem Topping seiner Pflanze ausreichend Zeit, von einer bis zu zwei Wochen, zur Erholung und Entwicklung neuer Seitentriebe gewährt!

Durch die Entwicklung immer neuer Seitentriebe erlangt die Pflanze einen Wachstum in die Breite und weniger in die Höhe, als würde man sich gar nicht oder nur einmal toppen.

Erfahrungen zeigen, dass es bis zu 2 Toppings zu mehreren großen Headbuds führt. Erfährt die Pflanze mehr als 2 Toppings sprechen wir Homegrower von einer "Unwirtschaftlichkeit", da jedes Topping die Wachstumsphase verlängert und somit den Zeitpunkt der Ernte nach hinten verschiebt. Weiter kommt die Tatsache hinzu, dass die Kopfblüten nach dem 2. Topping-Vorgang, von Toppingvorgang zu Toppingsvorgang, immer kleiner ausfallen.

Das kann ein Vorteil sein, da kleinere Blüten schneller zu trocknen sind und eine Schimmelgefahr bei kleinen Blüten auch geringer ausfällt, als bei zu großen Blüten.

Es liegt daher an Eurer persönlichen Entscheidung, wie oft Ihr der Pflanze den bzw. die Köpfe abschneidet. Ich selber bin ein Freund des einfachen Toppings, weil es für mich überschaubarer bleibt und es einfacher ist, mit Low-Stress Klammern die Triebe in Richtungen zu formen, um ihnen ausreichend Lichtdurchlässigkeit zu gewährleisten.

Wer, wie ich es gerne handhabe, seine Pflanze nach dem 4. Knotenpunkt toppt, wird anstelle von einer großen Kopfblüte, 8 große Headbuds ernten dürfen. Gewährt man nach dem Topping seiner Pflanze 3-4 Wochen Zeit weiterhin wachsen zu dürfen, bevor man die Blüte einleitet, werden sich zusätzlich neue Seitentriebe entwickeln, die den Ertrag mit weiteren kleineren Blüten steigern. 

Dadurch erhält man letztendlich einen mittelhohen Busch mit einer Vielzahl an Blüten, mit mindestens dem doppelten Ertrag, als ohne das Topping.

Aber auch hier ist es wichtig, den Trieben mit Low-Stress-Klammern die Wuchsrichtung vorzugeben, damit sie alle ausreichend Licht empfangen, um sich entwickeln zu können, damit sie groß und stark werden.

Abschließend muss ich noch einmal betonen, dass jedes Topping einen extremen Stress für die Pflanze bedeutet, daher ist es umso wichtiger, ihr anschließend ausreichend Zeit und Nährstoffe für die Erholung und dem Push-Back zu geben. 

Daher gehöre ich zu der Kategorie Homegrower, die die Pflanze lediglich einmal toppen, weil ich anschließend keinen weiteren Wachstumsausfall durch weiteres Topping hinnehmen muss und es in 3-4 Wochen schaffe, dass die Pflanze stark und gesund ist, sodass sie sich über ausreichende Triebe und Seitentriebe erfreut, wo sie fröhliche und saftige Buds produziert, sobald ich die Blüte einleite.

Die Wirtschaftlichkeit liegt hier klar auf der Hand:

Anstelle von 4 Wochen Vegi-Phase, muss ich 4 Wochen mehr investieren. So benötigt mein Grow ca. 1 Monat länger, als ohne Topping. Dafür erhalte ich mehr als das doppelte an Ertragsmenge. Der eine Monat mehr verdoppelt somit die Ertragsmenge. 

Bedenkt man, dass im Schnitt eine Weed-Lady ohne Topping 3 Monate benötigt, bis sie geerntet werden kann, wird die Geduld, einen Monat mehr zu investieren mit mindestens der doppelten Ertragsmenge belohnt.


Wir bedanken uns bei dem Autor Jorge Rieger für diesen Blogbeitrag zum Thema "TOPPING - High-Stress Trainingsmethode für Cannabis ". Folgt ihm gerne auf seinem Facebook Account. -->Hier klicken

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